Abschied von Florian Barth, Remis gegen den Titelverteidiger: emotionaler Beginn der Hallensaison

Regionalliga-Mannschaft trennt sich in der Halle am Johann-Justus-Weg vom Club an der Alster Hamburg mit einem 3:3
[2024-01-18]
Abschied von Florian Barth, Remis gegen den Titelverteidiger: emotionaler Beginn der Hallensaison

Der Auftakt der Hallensaison in der Regionalliga Nord-Ost der Männer am Samstag, 13. Januar, in der OTeV-Halle am Johann-Justus-Weg war Werbung für Tennis im Allgemeinen und für die erste Herren-Mannschaft des Oldenburger TeV im Besonderen. Das 3:3, mit dem sich diese vom Titelverteidiger, dem Club an der Alster Hamburg trennte, bot fast acht Stunden lang hochklassigen Sport. Zuvor war es Florian Barth, der seit 2019 für den OTeV gespielt hatte und vom Verein und seinen ehemaligen Mitspielern verabschiedet wurde, gelungen, mit einer eindrucksvollen Dankesrede zu bestätigen, dass der OTeV mit einer ganz besonderen Mannschaft ins Rennen um Punkte geht.

Dank an die Sponsoren

Es sei „eine tolle Tradition” geworden, diejenigen, die den Leistungssport im OTeV - darunter die Mitglieder des Clubs 105 - nicht nur finanziell unterstützen, vor dem ersten Punktspiel „der Ersten” zu einem Brunch einzuladen, sagte Teamleiter Daniel Greulich. Im Namen des Vereins bedankte er sich „bei allen, die das hier möglich machen”. Zu den Gästen gehörten Hauptsponsor Niels Hankiewcz, Chef der Niels Hankiewicz Chartering GmbH, und Heike Döring, Vorsitzende der Region Jade-Weser-Hunte. Mit dieser würde der Verein übrigens sehr gut zusammenarbeiten, erklärte Greulich, „vor allem bei der Talentförderung”.

Mit Blick auf die nun laufende Saison in der höchsten nationalen Spielklasse in der Halle erklärte Greulich, dass die sportlichen Herausforderungen in den vergangenen Jahren immer größer geworden seien: „Es gibt einfach keinen Konkurrenten mehr, von dem du sagen kannst, dass wir gegen diesen der klare Favorit sind.” Das liege nicht zuletzt daran, dass in anderen Vereinen die finanziellen Spielräume größer geworden seien. Dass der OTeV sich dennoch weiterhin auf diesen hohen Ebenen gut behaupten kann, „liegt an der Bescheidenheit unserer Spieler”, berichtete Greulich: „Ihnen ist das Miteinander im Verein so wichtig”, dass sie diesem treu blieben.

So kam Florian Barth zum OTeV

Florian Barth hat sich, wie später sehr deutlich wurde, trotzdem schweren Herzens vom OTeV verabschieden müssen. Gesundheitliche, aber vor allem berufliche Gründe waren dafür ausschlaggebend, dass er zum Klipper THC nach Hamburg wechselte. Der OTeV nutzte die Saison-Auftaktveranstaltung, um sich gebührend bei ihm zu bedanken. „Ich bin”, erzählte Greulich, „im Internet darauf aufmerksam geworden, dass er einen neuen Verein suchte.” Das war im Jahr 2018. Barth war damals für den Freiluft-Zweitligisten Suchsdorfer SV aktiv. Und: Er war bereits mehrfach auf den OTeV getroffen. „Dies meine ich als Kompliment: Er war einer der unangenehmsten Gegner, den wir je hatten”, sagte Greulich: „Ich fand, dass uns so ein Typ gut zu Gesicht stehen würde.” Diese Einschätzung habe sich anschließend voll und ganz bestätigt. „Es folgte eine Zeit mit vielen emotionalen, herausragenden und unvergesslichen Momenten”, schwärmte der Teamleiter, der in dieser Zeit auch Trainer der Mannschaft war.

18 Einzelsiege im Match-Tiebreak

Barth spielte für den OTeV sechs Jahre lang in der Regionalliga, zwei Jahre lang in der 2. Bundesliga. Mit dem Team gewann er zweimal die Nordostdeutsche Meisterschaft. In dieser Zeit habe er sich den Spitznamen „Mister Match-Tiebreak” mehr als verdient, erzählte Greulich. Barth gewann für den OTeV 32 Einzel (bei elf Niederlagen) und 30 Doppel (bei zehn Niederlagen). Von diesen 32 Einzelerfolgen erkämpfte er sich 18 im Match-Tiebreak, nur sechsmal musste er sich in diesem geschlagen geben. Im Doppel steht diese Bilanz bei 11:1.

Mindestens genauso wichtig wie seine sportlichen Leistungen sei das gewesen, was Barth der Mannschaft gegeben habe, schwärmte Greulich. „Leider gibt es für die Nordostdeutsche Meisterschaft keine Trophäe”, berichtete der Teamleiter: „Florian hat deshalb selber einen Pokal für uns gekauft.” In etwa im Format des Potts, den der Sieger der Fußball-Champions-League überreicht bekommt. „Das ist ein Beispiel dafür, was für ein Typ Florian ist. „Es ist schade, dass wir ihn verlieren müssen”, sagte Greulich.

Emotionale Worte von Florian Barth

Barth gestand, dass es „ein komisches Gefühl” gewesen sei, als er sich am Morgen in Hamburg ins Auto gesetzt habe, um nach Oldenburg zu fahren: „Ich hatte sonst immer eine Tasche dabei und wusste, dass ich gleich für mich und für euch spielen durfte. Das war jetzt etwas anders.” Seine OTeV-Jacke hatte der 34-Jährige aber natürlich dennoch dabei.

„Die letzten Jahre waren echt emotional”, sagte Barth: „Ich hatte hier das erste Mal eine richtige Mannschaft. Es war schön, ein Zuhause zu haben.” Dass er eine derartige Bilanz erreichen konnte, sei sicher ein Zeichen dafür, „dass ich gute Nerven habe”. Diese zeige allerdings auch, „wie wohl ich mich hier gefühlt habe”, erzählte Barth: „Ihr wart mein Rückhalt. Ihr habt mich immer unterstützt - nicht nur auf dem Platz.”

So lief das Punktspiel gegen den Club zur Alster Hamburg

Am Samstag unterstützte Barth sein Ex-Team nicht nur aus dem Zuschauerbereich in der Halle heraus. Er coachte den OTeV-Spielertrainer Michel Dornbusch im Spitzeneinzel gegen Marvin Möller von der Bank aus. Der Oldenburger bot im Vergleich mit dem 300. der ATP-Weltrangliste eine starke Leistung, musste sich aber dennoch mit 6:7 und 1:6 geschlagen geben. Parallel dazu sicherte ein glänzend aufgelegter Alexander Meyer dem OTeV mit einem 6:4, 6:3-Erfolg über George von Massow einen Pluspunkt und das 2:2 nach den Einzeln.

Starkes Debüt von Alexandre Reco

Den ersten Zähler für den OTeV hatte Neuzugang Alexandre Reco auf beeindruckende Weise eingefahren. Der 24-jährige Franzose, der auch in der Sommersaison zum OTeV-Kader gehören wird, hat gerade eine verletzungsbedingte Zwangspause beendet, berichtete Greulich. Er war die Überraschung im Aufgebot, die Dornbusch vor der Partie angekündigt hatte. Reco spielte gegen Niklas Guttau sehr ruhig und abgeklärt. Er lag mit 6:4 und 4:1 vorn, als der Hamburger verletzt aufgeben musste. Lasse Muscheites, der für den OTeV an Position vier antrat, verlor derweil eine umkämpfte, ebenfalls hochklassige Begegnung gegen Leonard von Hindte mit 6:3, 3:6 und 7:10.

Die beiden Doppel lieferten sich schließlich weitere spannende Partien auf hohem Niveau. Die Kombination Dornbusch/Reco besiegte das Hamburger Duo Massow/von Hindte mit 6:7, 6:2, 10:5. Muscheites und Meyer unterlagen gegen Möller/Marco Kirschner mit 5:7 und 4:6. „Wir können mit hocherhobenem Kopf aus der Partie gehen”, sagte Greulich. OTeV-Sportwart Sebastian Strehle ergänzte: „Ich finde es sensationell, dass wir in Oldenburg so großartiges Tennis miterleben dürfen.”

Nächstes Spiel am 28. Januar

Am Sonntag, 28. Januar, ist die OTeV-Mannschaft wieder gefordert. Sie tritt ab 11 Uhr bei Rot-Weiß Hildesheim an. Die Gastgeber waren wie die Oldenburger mit einem Remis in die Hallenrunde gestartet: Sie lagen beim Harvestehuder THC nach den Einzeln mit 3:1 in Führung, verloren dann aber beide Doppel.

Pressewart: Lars Pingel

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