Freie Zeit tut Oldenburger Spieler gut

Michel Dornbusch gibt bei Verbandsmeisterschaft nur einen Satz im ganzen Turnierverlauf ab. (Bild: Martin Remmers)
[2019-10-23]
Freie Zeit tut Oldenburger Spieler gut
Obwohl der Spieler des OTeV hohe Intensität nicht mehr gewohnt sei, braucht er offenbar wenig Spielpraxis, um zu siegen. Vereinskollege Stefan Seifert ist Teil einer kuriosen Statistik.

Michel Dornbusch hat aktuell mehr Zeit als sonst. Sein Schützling Julia Middendorf, eines der größten Tennistalente in Deutschland, ist zu Turnieren nach Japan geflogen. Trainer Dornbusch ist daheim geblieben. Und so stand bei den Meisterschaften des Tennisverbandes Niedersachsen-Bremen (TNB) in Isernhagen der Spieler Dornbusch im Fokus. Er nutzte seine freie Zeit, um mal wieder selbst um einen Titel zu kämpfen. Das gelang eindrucksvoll: Der 29-Jährige vom OTeV gab im Turnierverlauf nur einen Satz ab und besiegte im Endspiel der mit 1500 Euro dotierten Veranstaltung seinen Teamgefährten Alexander Meyer 6:4, 6:4.

Eine der besten Partien

Mehr als zwei Jahre hatte Dornbusch keine Verbandsmeisterschaften mehr gespielt. „Irgendwie kam immer etwas dazwischen“, sagt er. Nach seiner langen Pause aufgrund einer Knie-Operation ist er auf Platz 289 der Rangliste des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) zurückgefallen. Als Setzlisten-Siebter traf der Oldenburger bereits im Viertelfinale auf die Nummer eins des Tableaus, Dominik Bartels (Wilhelmshavener THC). Die Partie endete 4:6, 7:6, 15:13 für Dornbusch, der vier Matchbälle abwehrte. TNB-Vizepräsident Jörg Kutkowski sprach von „einer der besten Begegnungen, die wir hier je hatten“.

Er habe die fehlende Spielpraxis gemerkt, sagt der OTeV-Mannschaftsführer Dornbusch. Die körperliche Intensität sei er nicht mehr gewohnt: „Da brauche ich dann einfach ein bisschen, bis ich mich ins Match spiele.“ Er macht aber noch einen Unterschied zu früher aus: „Ich bin auf jeden Fall wesentlich lockerer und versuche einfach, Spaß zu haben.“ Schon die Regionsmeisterschaften vor wenigen Monaten hatte Dornbusch gewonnen – beschwerdefrei und ohne viel Spielpraxis.

Erfolgreichster Club

Im OTeV-Regionalligateam steht er hinter Stefan Seifert (DTB 48) und Lasse Muscheites (DTB 180), die in dieser Woche ein ITF-Turnier in Tschechien spielen, und vor Meyer (DTB 290) und Mattis Wetzel (DTB 518). In dieser Konstellation und der derzeitigen Form ist das Team von OTeV-Coach Daniel Greulich Titelfavorit für die Anfang Dezember beginnende Regionalliga-Saison. Jan Heine (DTB 159) ist nominell der zweitbeste OTeVer, kommt im Winter aber in der Oberliga zum Einsatz.

Bei den Meisterschaften in Isernhagen war der OTeV der erfolgreichste Club. Neben Dornbusch und Meyer erreichte auch Lennard Zumbrock das Viertelfinale. Drei der vier Verbandsmeisterschaften in den Sommern und Wintern davor gewann Seifert. Das letzte Mal, dass ein Nicht-OTeVer den Titel holte, war vor vier Jahren. Der Name des Spielers, der damals für den Lehrter SV aktiv war, lautete: Stefan Seifert.


Bericht von Jannik Deters (NWZ vom 23.10.2019)

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