Aktuell - OTeV verpasst Coup gegen Star-Ensemble

Oldenburger müssen Suchsdorfer SV nach 4:5 zur Meisterschaft gratulieren (Bild: Erik Hillmer)
[2019-06-04]
Aktuell - OTeV verpasst Coup gegen Star-Ensemble
Die Oldenburger mussten dem Suchsdorfer SV nach dem direkten Duell am Sonntag zur Meisterschaft gratulieren. Das der Rivale aus Kiel gleich fünf starke Ausländer aufbot, war erst einmal ein Schock – trotzdem gelang fast eine Überraschung.

OLDENBURG/KIEL. Einer besiegte die Nummer 300 der Welt, einer führte schon 5:2 im zweiten Satz, und „wir konnten immer alles über das Team kompensieren“, sagte Daniel Greulich: „Aber irgendwann reichen der Teamgeist und lautes Klatschen nicht mehr.“ Die Qualität des Gegners war zu groß an diesem Sonntag in Kiel. Das musste Coach Greulich nach der Niederlage mit dem OTeV im „Finale“ um die Regionalliga-Meisterschaft beim Suchsdorfer SV (zuvor beide 10:0 Punkte) einsehen: „Der Masse an sehr erfahrenen und sehr guten Ausländern sind wir nicht gewachsen gewesen.“

Es bedurfte eines ganzen Ensembles professioneller Tennisspieler, um die Oldenburger erstmals in dieser Saison zu bezwingen – und durch das 5:4 selbst in die 2. Bundesliga Nord aufzusteigen. An den vorderen Positionen boten die Suchsdorfer vier der Top 650 der Welt auf. „Dass sie mit fünf Ausländern auflaufen, war ein Schock“, sagte Oldenburgs Lasse Muscheites: „Aber wir haben gesagt, ‚wir können nichts dran ändern‘ – und dann fast das Bestmögliche rausgeholt.“

Den entscheidenden Stoß zum 2:5-Zwischenstand versetzten den Gästen zwei finnische Davis-Cup-Spieler. Harri Heliovaara und Patrik Niklas-Salminen bezwangen im Doppel Oldenburgs Nummer eins Stefan Seifert und Muscheites 6:1, 6:4.

Seifert und der Ex-Suchsdorfer Florian Barth hatten im Einzel eine viel frühere Entscheidung verhindert. Seifert besiegte im Spitzenspiel die Nummer 300 der ATP-Weltrangliste, Tsung-Hua Yang (Taipeh), mit 6:4, 6:4. Barth setzte sich an Position fünf gegen Niklas Guttau durch (6:3, 7:5). Muscheites hatte den Champions-Tiebreak beim Stand von 3:6, 5:2 schon fast erreicht, doch der Bulgare Gabriel Donev sei „völlig ruhig“ geblieben, meinte Greulich. Aus dem dritten Durchgang wurde nichts, der Oldenburger verlor den zweiten 5:7. „Die spielen es am Ende alle einen Ticken besser“, zollte Greulich den Kielern Respekt.

So war es auch beim 6:7, 6:7 im Duell von Nikola Cacic, dem einzigen Ausländer im OTeV-Team, gegen Heliovaara (ATP 438). „Der presst dann so im Feld und legt im Tiebreak noch mal einen drauf“, sagte der OTeV-Trainer. An den mittleren Positionen mussten sich Kapitän Michel Dornbusch und Mattis Wetzel relativ glatt in zwei Sätzen geschlagen geben. Dornbusch verlor gegen Niklas-Salminen (ATP 649) 3:6, 4:6, Wetzel unterlag dem Franzosen Evan Furness (ATP 491) 2:6, 3:6.

„Nikola hätte das Match vielleicht drehen können, ich hatte ein 5:2. Aber das 2:4 nach den Einzeln war schon gerecht“, erklärte Muscheites. Ein Ergebnis aber, das der OTeV nicht erst einmal gedreht hat. Nur seien er und Seifert „nicht gut ins Match reingekommen“, sagte Muscheites: „Dann geht das Doppel schnell.“ Durchgang zwei sei ein „bisschen umkämpfter“ verlaufen. Doch das reichte nicht.

Die Siege von Cacic/Dornbusch (6:7, 6:3, 10:8 gegen Yang/Furness) und Wetzel/Barth (3:6, 6:3, 11:9 gegen Guttau/Donev) waren Ergebniskosmetik. Die individuelle Klasse der Gastgeber siegte.

Jannik Deters (NWZ vom 03.06.2019)

Herren I

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