Oldenburger greifen in Trickkiste

OTeV macht Titelfinale in Suchsdorf durch 5:4 gegen SCC Berlin perfekt (Bild: Erik Hillmer)
[2019-06-03]
Oldenburger greifen in Trickkiste
OTeV-Routinier Florian Barth nahm seinem jungen Gegner aus Berlin mit kleinen Maßnahmen den Rhythmus. Mit Mattis Wetzel holte der 30-Jährige im Doppel den entscheidenden Punkt.

OLDENBURG. Schon am Vormittag wehte die obligatorische Vatertagsbeschallung vom Drögen Hasen zur Tennisanlage am Johann-Justus-Weg hinüber. Doch bevor die OTeV-Männer feiern durften, mussten sie sich knapp sechs Stunden gedulden. So lange dauerte es, bis am Donnerstagnachmittag ein knapper Sieg gegen den SCC Berlin verbucht war. Ein 5:4 brachte den Oldenburgern das erhoffte Finale um die Regionalliga-Meisterschaft an diesem Sonntag ab 11 Uhr in Kiel beim ebenfalls unbesiegten Suchsdorfer SV (beide 10:0).

OTeV-Kapitän Michel Dornbusch hatte persönlich eine durchwachsene Rückkehr, obwohl er stark begonnen hatte. „Ich habe so gut gespielt“, sagte Dornbusch, der selbst etwas überrascht davon schien nach zehn Tagen Verletzungspause. Am Ende verließen ihn sichtbar die Kräfte, und er verlor 6:3, 4:6, 3:10 gegen Haydn Lewis (Barbados). Anfangs habe er „gefühlt 15 Asse“ aufgeschlagen, im zweiten Satz dann „keinen Ersten mehr getroffen“, meinte der 28-Jährige, der mit dem gleichaltrigen Nikola Cacic auch im Doppel unterlag.

Der Serbe, der zum zweiten Mal für Oldenburg spielte, steuerte diesmal keine Punkte bei. Cacic, zuletzt Nummer 145 der ATP-Weltrangliste im Doppel, unterlag Tomas Lipovsek Puches (ATP 538) 1:6, 6:4, 5:10. Lipovsek Puches ist nicht nur weit gereist. Allein in diesem Jahr nahm er an Turnieren in Uruguay, der Türkei, Argentinien, Spanien, Deutschland und Rumänien teil. Laut ATP ist er Slowene, auf dem Meldebogen der Berliner steht, er sei Slowake, bei Wikipedia wird er als argentinischer Tennisspieler gelistet. Verbrieft ist hingegen: Zwei Punkte von ihm reichten in Oldenburg nicht zum Sieg.

Das lag an der Erfahrung und der Klasse der Gastgeber an den hinteren Positionen – und einem starken Auftritt von Stefan Seifert im Spitzenspiel: Der 34-Jährige brachte den ersten Durchgang gegen den Kroaten Ante Pavic (ATP 334) bei 5:4 und eigenem Aufschlag zunächst nicht durch, blieb aber konzentriert und gewann den Tiebreak. Am Ende siegte er 7:6, 6:2.

An Position fünf setzte sich Florian Barth gegen Benito Jaron Sanchez Martinez durch (6:4, 6:3). Sanchez Martinez ist in der Altersklasse U 18 die Nummer zehn in Deutschland, der 30-jährige Barth ist ausgebuffter. Als Sanchez Martinez „dabei war, Oberwasser zu bekommen“, habe er dagegengehalten, ihm den Rhythmus genommen mit ein paar alten Tricks, so Barth: „Eine Sandplatzkuhle mehr zumachen, sich ein bisschen mehr sammeln.“ Satz eins gab der Berliner mit zwei Doppelfehlern in Folge ab.

Hinter Barth gewann Alex­ander Meyer (23) 6:4, 6:3 gegen Tristan Wolke. Mattis Wetzel (29) unterlag dagegen Alexander Donski (Bulgarien) 1:6, 6:3, 7:10. „Da wir ein sehr ausgeglichenes Team sind auch an den unteren Positionen, hat Lasse Muscheites heute mal ausgesetzt“, sagte OTeV-Trainer Daniel Greulich, der den 23-Jährigen aber im Doppel neben Seifert stellte (7:5, 6:1 gegen Lewis/Dominik Manns).

Cacic/Dornbusch mussten sich zwar Pavic/Lipovsek Puches 3:6, 4:6 geschlagen geben. Doch die Routiniers Wetzel und Barth holten den fünften Punkt. Das entscheidende Break machten sie bei Aufschlag Sanchez Martinez – dank eines Doppelfehlers.

Jannik Deters (NWZ vom 31.05.2019)

Herren I

Weitere Nachrichten aus dem Verein

Zurück zu den News