OTeV-Asse planen sportlichen „Hurricane“

Oldenburger betreten am Sonntag die Bühne beim TC SCC Berlin in Grunewald (Bild: Piet Meyer)
[2020-06-29]
OTeV-Asse planen sportlichen „Hurricane“
Seine ersten Tennis-Erlebnisse feierte Alexander Meyer in Scheeßel, wo an diesem Wochenende eigentlich das „Hurricane 2020“ stattgefunden hätte. Für den OTeV-Mann spielt die Musik aber an diesem Wochenende in Berlin.

Nach der furiosen Auftakthymne vor einer Woche wollen die Tennis-Rocker vom OTeV an diesem Sonntag vielleicht mit „Song 2“ von Blur im Ohr den zweiten Schritt auf dem Weg zurück in die 2. Bundesliga machen. Ein weiterer Sieg in der in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise mit nur vier Spieltagen sehr kurzen Sommershow in der Regionalliga wäre vielleicht schon eine Vorentscheidung im Aufstiegs- und Meisterduell. Eine Woche nach dem 9:0 gegen den Hamburger Aufsteiger Klipper THC betreten die Oldenburger um 11 Uhr beim TC SCC Berlin die Bühne.

„Ich fand das cool“

„Es wird sicher nicht einfach, aber wir gehen selbstbewusst ins Spiel“, sagt Alexander Meyer, der seit 2017 für den OTeV aufschlägt. Erstmals hatte der 24-Jährige als Sechsjähriger einen Tennisschläger in der Hand gehabt: „Mein zwei Jahre älterer Bruder hatte angefangen, Tennis zu spielen – und ich fand das cool.“

So begann vor gut 18 Jahren die Karriere beim TC BW Scheeßel unweit des Eichenrings, wo an diesem Wochenende eigentlich das „Hurricane 2020“ stattfinden sollte. Statt eines rockigen Festivals in der Heimat im Landkreis Rotenburg plant Meyer einen rockigen Auftritt mit dem OTeV am Rande des Teufelsbergs in Berlin-Grunewald.

Für den Rivalen aus der Hauptstadt ist es das erste Spiel in dieser Sommer-Saison. „Aktuell wissen wir nicht, was auf uns zukommt, weil wir nicht wissen, mit welchen Spielern Berlin auflaufen wird“, meint Coach Daniel Greulich auch mit Blick auf die Einschränkungen durch die Corona-Krise. Die sorgt dafür, dass beim Thema ausländische Verstärkungen nicht aus dem Vollen geschöpft werden kann.

Überraschen lassen

Vor einem Jahr hatten die am Ende auf Rang zwei gelandeten OTeV-Männer zu Hause ein knappes 5:4 gegen den letztlich viertplatzierten SCC geholt. Dabei setzten die Berliner an den Positionen eins bis vier Ante Papic (Kroatien), Tomas Lipovsek Puches (Slowakei), Haydn Lewis (Barbados) und Alexander Donski (Bulgarien) ein. Die drei Letzteren stehen auch nun wieder auf der 18-köpfigen Meldeliste mit insgesamt acht Ausländern.

„Wir lassen uns überraschen und vertrauen auf unsere eigene Stärke“, sagt Greulich, der zum Auftakt einmal mehr ein eingespieltes Team mit Stefan Seifert, Florian Barth, Lasse Muscheites, Michel Dornbusch, Mattis Wetzel und Meyer aufgeboten hatte.

Ligadebüt als 14-Jähriger

„Wenn wir alle fit sind, ist es für jeden Gegner in der Liga schwierig, uns zu schlagen“, meint Meyer, auf den Greulich früh aufmerksam geworden war. „Ich kenne Alex bereits, seit er in der U 10 aktiv war und einer der ersten Konkurrenten von Lasse Muscheites war“, erzählt der OTeV-Coach. „Alex ist ein Grundlinienspieler mit Zug nach vorn, der sehr athletisch, schnell und beweglich ist“, beschreibt Greulich, würde sich aber wünschen, dass Meyer häufiger die Vorhand einsetzt, seine Stärke in der erfolgreichen Jugendzeit.

Den ersten Einsatz in der Regionalliga erlebte der gebürtige Rotenburger schon als 14-Jähriger – damals beim HTV aus Hannover, wo er auch heute lebt und ein duales Studium bei einem Online-Versandshop aus dem Tennisbereich absolviert.

In der U 16 nahm er nicht nur an der Jugend-EM teil, sondern war auch die Nummer eins in dieser Klasse. Mehrfach war er bei Deutschen Jugend-Meisterschaften im Halbfinale und gewann sogar einmal ein Jugendweltranglistenturnier.

Schulter-OP

Vor sieben Jahren wurde Meyer aber durch eine Schulter-OP abrupt ausgebremst und war fast zwei Jahre raus aus dem Leistungssport. Als er für ein Jahr zum Studieren und Spielen in die USA ging, kehrte der sportliche Erfolg zurück.

Wieder in Deutschland schlug er ein Jahr beim Lehrter SV in der Regionalliga auf, bevor er 2017 den Weg zum OTeV fand. „Als wir einen weiteren jungen Spieler suchten, habe ich gleich an Alex gedacht, da ich ihn kannte und wusste, dass er charakterlich ins Team passt“, sagt Greulich: „Wir freuen uns, dass Alex da ist, und haben unsere Entscheidung nie bereut.“

Meyer fühlt sich beim Club vom Johann-Justus-Weg auch pudelwohl. „Für mich ist das Team sehr wichtig – und beim OTeV funktioniert das Team wie die Zusammenarbeit sehr gut“, sagt der 24-Jährige: „Deshalb reise ich vor den Heimspielen auch schon immer freitags an, um noch einmal mit der Mannschaft zu trainieren.“ An diesem Sonntag spielt aber in Berlin die Musik – und Meyer will mit seinen Kollegen in Grunewald für einen „Hurricane“ der sportlichen Art sorgen.

Bericht NWZ vom 20.06.2020 (Bernd Teuber und Jan Zur Brügge)

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